Ich war das letzte Wochenende mal wieder quer durch Deutschland unterwegs. Ziel diesmal: Lindau am Bodensee. Der Weg führte mit dem Auto über die A9 bei konstantem Regen südwärts. Schon um 11 Uhr waren wir in Nürnberg. Um 12 nochmal. So ist das, wenn man soviel quatscht, dass man die Schilder nicht richtig liest. Nach der kompletten Umrundung Nürnbergs ging es durch verschneite Landschaften nach Lindau. Das Wetter blieb wechselhaft – mal Regen, mal Schnee, kaum Sonne. Ein Abstecher nach Bregenz ist natürlich obligat, wenn man schon einmal in Lindau ist. Ist Lindau eine Reise wert? Eher nein. Es überkommt einen ein nahezu dörfliches Feeling, wenn man durch den Ort schlendert. Dann vielleicht beim nächsten Mal doch nach Konstanz?
Die Rückfahrt war etwas mühseeliger, da ich auf die Beförderung mit der Deutschen Bahn angewiesen war, bei der man sich als Reisender doch nur auf eins wirklich verlassen kann. Pünktlich sind die nicht. Nach einer kurzweiligen Autofahrt von Lindau nach Chemnitz wollte ich dort in den Zug steigen. Doch der hatte schon bei Abfahrt in Chemnitz 5 Minuten Verspätung, obwohl er dort erst startete. Diese Verspätung summierte sich bis nach Leipzig auf insgesamt 7 Minuten, so dass es mich nicht weiter verwunderte, dass mein Anschlusszug nach Halle schon nicht mehr genannt wurde, als es hies: “Willkommen in Leipzig Hauptbahnhof. Sie haben Anschluss an …”. Planmäßig hätte ich 11 Minuten Zeit zum Umsteigen gehabt. Nur noch 3 Minuten. Ich versuche es trotzdem. Kleiner Sprint von Gleis 22 zum Gleis 8. Ich sehe die S-Bahn noch, noch 50 Meter. Noch einen Schritt schneller. Es steigt schon keiner mehr ein. Die Türen schließen sich hinter mir, als ich abgehetzt durch die letzte Tür in den Zug falle.
Da kann ich nur froh sein, dass ich nicht mit dem Zug von Lindau nach Halle gefahren bin. Planmäßig knapp 9 Stunden Zugfahrt für 100 EUR. Mit 4-mal umsteigen wäre es sicherlich nicht bei der Planung der Deutschen Bahn geblieben.