Hetzner hat mit der neuen Server-Serie (EQ) eine neue Leistungsregion für Kunden erschlossen. Die Server stehen im Rechenzentrum 10 (RZ10) im schönen Falkenstein im Vogtland. Nicht nur die Ausstattung der Server ist neu, sondern auch die Menge von IP-Adressen, die man zusätzlich nutzen kann. Bei den Vorgängersystemen (DS-Serie) war es noch ein komplettes Subnetz (bis zu 9 IP-Adressen) nun sind es nur noch 4.
Auch die Einrichtung der zusätzlichen IPs, beispielsweise für die Nutzung als vServer, wird von Hetzner leider nicht näher erläutert. Im hauseigenen Wiki tut man noch so, als würde es die neue Servergeneration nicht geben. Alle Anleitungen beziehen sich auf die DS-Serie. Unerfreulich ist außerdem, dass der Hetzner-Support die Verantwortung für die Einrichtung der zusätzlichen IPs vollständig auf den Kunden abwältzt und sogar sowei geht, dass Drittsoftware-Anbieter (bspw. VMware, Xen) für nicht funktionierende IP-Adressen im vServer verantwortlich wären.
Ich war heute kurz davor, aufgrund der Erlebnisse mit dem Hetzer-Support, vom Vertrag zurückzutreten, habe dann mit der richtigen Idee (die kam nicht vom Hetzner-Support) das ganze schlußendlich zum Laufen bekommen.
Es gibt vielleicht noch andere, die ein ähnliches Problem haben, daher hier eine Anleitung, wie man auf dem EQ mit Debian einen VMware Server 2.0 mit Bridged-Setup eingerichtet bekommt:
Zum grundsätzlichen Verständnis der Angelegenheit, alle IP-Adressen sind an die MAC-Adresse des Host-Systems gebunden. Dass heisst, wenn man einfach die neue IP-Adresse im vServer (Gast-System) einträgt, wird das IP-Paket am Router weggeworfen, weil die MAC-Adresse nicht bekannt ist. Was ohne Anpassungen funkioniert, ist die zusätzlichen IP-Adressen direkt ins Host-System einzutragen. Wer das machen will, braucht die nachfolgenden Dinge NICHT lesen.
Wir wollen aber einen vServer mit einer “echten” IP als Gast-System betreiben. Auf Grund dessen und der Tatsache, dass der Hetzner-Router die IP-Pakete nicht bekannter MACs verwirft, müssen wir uns quasi auf dem Host-System einen Router einrichten, das geht so:
Folgende Konfiguration:
Haupt-IP: 188.40.1.2
Subnetz: 255.255.255.192
Gateway: 188.40.1.1
Zusatz-IPs: 188.40.1.3 & 188.40.1.4
1. IP-Forward aktivieren
$> echo “1″ > /proc/sys/net/ipv4/ip_forward
Am Besten auch gleich in der /etc/sysctl.conf eintragen: net.ipv4.ip_forward=1
2. Routen für die zusätzlichen IP-Adressen hinzufügen.
$> route add -host 188.40.1.3 gw 188.40.1.3
$> route add -host 188.40.1.4 gw 188.40.1.4
Die /etc/network/interfaces sollte so aussehen:
# Loopback device:
auto lo
iface lo inet loopback
# device: eth0
auto eth0
iface eth0 inet static
address 188.40.1.2
broadcast 188.40.1.63
netmask 255.255.255.192
gateway 188.40.1.1
# default route to access subnet
#up route add -net 188.40.1.0 netmask 255.255.255.192 gw 188.40.57.1 eth0
up route add -host 188.40.1.3 gw 188.40.1.3
up route add -host 188.40.1.4 gw 188.40.1.4
Die erste Route ist standardmäßig bei Hetzner aktiviert, kann aber raus, da wir kein ganzen Subnetz, sondern nur einzelne IPs zu routen haben.
Für das Host-System war das schon alles.
Nun zum Gast-System:
Dort wird die zusätzlich IP-Adresse eingetragen, also 188.40.1.3 oder 188.40.1.4. Als Gateway muss jedoch das Host-System genutzt werden. Also als GW die IP-Adresse 188.40.1.2 nutzen.
Das war’s, fertig ist der Lack :)