Nach einem wunderschönen Sonnenaufgang über der Prärie des Seminole Canyon packen wir unsere sieben Sachen zusammen und machen uns wieder auf den Weg. Auf dem Highway 90, auf dem wir bereits seit San Antonio unterwegs sind, fahren wir weiter nach Osten. 200 Meilen östlich liegt der Big Bend National Park. Zwischenzeitlich hat man das Gefühl im Kreis zu fahren. Alles sieht hier gleich aus, kaum Autos sind unterwegs, alle 10 Meilen trifft man mal auf eines. Die Straße geht stur gerade aus. Die Orte durch die wir fahren sind tot, die Häuser eingefallen, die Trailer rosten vor sich hin. Trostloses Nirgendwo in dem wir hier sind. In Marathon biegen wir nach links auf die 385 ab. Wir beziehen unser “Quartier” auf dem Chisos Basin Campground. Wohlwollend bemerken wir, dass die Temperatur hier 15°F niedriger ist, nur 25 °C, mal eine angenehme Kühle, nach den letzten Tagen voller Hitze. Auf dem Weg zum Chisos Basis ändert sich die Vegetation merklich. Es wird deutlich grüner und es wachsen wieder Bäume. Wir befinden uns nun im Gebiet von Schwarzbären und Berglöwen, alle Vorräte müssen daher in bärensicheren Containern aufbewart und Müll sofort entsorgt werden, dem Motto folgend: “Clean up your campside” folgen wir gern dem Hinweisen.
Wir machen unseren ersten Erkundungsausflug zum örtlichen Supermarkt. Eine Empfehlung für alle die nach uns hier her kommen: Kauft vorher ein. Es gibt nicht wirklich etwas und das was es gibt, ist horrent teuer. Danach machen wir einen Trip zu den Hot Springs, den 105 °F (42°C) heißen Quellen, die sich von einem Pool aus in den Rio Grande ergießen. Wir können es ob der Lufttemperatur nicht lassen “Abkühlung” in den Hot Springs zu suchen. Nach dem Aussteigen fühlt sich die Luft auch tatsächliuch etwas kühler an. In den Schieferfelsen am Ufer des Rio Grande nisten Vögel. In der Dämmerung entscheiden wir uns, obwohl wir es eine Woche nicht genutzt haben, das Überzelt zu nutzen. Wir haben in der “Big Bend Gazetta” gelesen, dass Anfang September hier normaler Weise Überschwemmungen sind, die aber durch Staudämme oberhalb des Rio Grande verhindert werden. Im letzten Jahr war hier wieder eine solche Überschwemmung. Der September gilt hier als Monsum-Monat. Wir sind gespannt, was die Nacht bringt.
Nach dem Abendessen, wir grillen Burger und Martin stellt zu recht fest, dass die wie vom Burgerladen um die Ecke schmecken, nur das das leider kein Kompliment ist, liegen wir noch ein ganze Weile rücklinks auf dem Rasen und schauen uns den Sternenhimmel an. Ich habe schon lange nicht mehr so viele Sterne gesehen. Sogar die Milchstraße ist zu sehen.